Versicherungsvermittler werden - auch als Quereinsteiger?
Viele Versicherungsvermittler sind als Quereinsteiger in diesen Beruf gekommen. Hier beschreiben wir dir, wie das funktioniert.
von
Michael Bickel
Überblick
Der Beruf des Versicherungsvermittlers übt seit Jahren eine starke Anziehungskraft auf Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen aus. Ob aufgrund der Aussicht auf ein gutes Einkommen, der freien Zeiteinteilung oder der Möglichkeit, täglich mit neuen Kunden zu arbeiten – der Beruf bietet vielseitige Anreize. Besonders attraktiv ist, dass auch Quereinsteiger die Möglichkeit haben, durch eine fundierte Ausbildung oder Weiterbildung den Beruf des IHK-geprüften Versicherungsvermittlers zu ergreifen.
Ob als gebundener Versicherungsvertreter, unabhängiger Versicherungsmakler oder in einer angestellten Position – es gibt viele Wege, den Beruf zu ergreifen.
Versicherungsgesellschaften als Einstiegspunkt
Gerade zu Beginn der Karriere entscheiden sich viele angehende Versicherungsvermittler für eine Zusammenarbeit mit einer Versicherungsgesellschaft. Diese arbeiten häufig mit sogenannten gebundenen Versicherungsvertretern. Der Einstieg erfolgt oft in einer etablierten Agentur als Junior-Versicherungsvermittler, um von erfahrenen Kollegen zu lernen und praktische Erfahrungen zu sammeln.
Vorteile des Einstiegs über eine Versicherungsgesellschaft:
Training on the Job: Neueinsteiger profitieren von internen Schulungen und der Begleitung durch erfahrene Makler oder Vertreter.
Bestandsübernahme: Viele Agenturen bieten die Möglichkeit, später einen Kundenbestand zu übernehmen. Dies ermöglicht eine stabile Einkommensbasis durch Bestandsprovisionen.
Flexibilität: Der Einstieg ist oft auch ohne spezifische Vorqualifikationen möglich, da die notwendige Schulung durch die Versicherung erfolgt.
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Voraussetzungen für den Beruf des Versicherungsvermittlers
Wer als Versicherungsvermittler oder Versicherungsvertreter arbeiten möchte, benötigt eine Gewerbeerlaubnis nach § 34d der Gewerbeordnung (GewO). Diese Erlaubnis wird von der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) ausgestellt.
Die vier wichtigsten Voraussetzungen:
Persönliche Zuverlässigkeit Zuverlässigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass keine Vorstrafen vorliegen dürfen. Wer in den letzten fünf Jahren wegen eines Verbrechens oder Vergehens verurteilt wurde, erfüllt diese Voraussetzung nicht.
Geordnete Vermögensverhältnisse Wer als Versicherungsvermittler tätig werden möchte, darf nicht überschuldet sein. Voraussetzung ist, dass kein Insolvenzverfahren eröffnet wurde und keine Einträge im Schuldnerverzeichnis vorliegen.
Berufshaftpflichtversicherung Die Tätigkeit als Versicherungsvermittler bringt eine große Verantwortung mit sich. Deshalb ist eine Berufshaftpflichtversicherung mit Mindestdeckungssummen vorgeschrieben, um den Vermittler und seine Kunden abzusichern.
Sachkundenachweis Der Sachkundenachweis kann durch eine entsprechende Ausbildung (z. B. Kaufmann für Versicherungen und Finanzen) oder durch das Bestehen der Sachkundeprüfung nach § 34d GewO erbracht werden. Quereinsteiger können sich auf die Prüfung über einen 34d Online-Kurs gezielt vorbereiten.
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Verdienstmöglichkeiten als Versicherungsvermittler
Der Verdienst eines Versicherungsvermittlers hängt stark von der gewählten Tätigkeit und der Art der Vergütung ab. Es gibt folgende Einnahmequellen:
Abschlussprovisionen: Bei jeder neu vermittelten Police erhält der Vermittler eine einmalige Abschlussprovision. Diese variiert je nach Art der Versicherung
Lebensversicherungen und Altersvorsorgeprodukte: bis zu 4 % der Versicherungssumme
Sachversicherungen (z. B. Hausrat, Haftpflicht): feste Provisionssätze pro Vertrag
Bestandsprovisionen: Für langfristig betreute Verträge erhält der Vermittler wiederkehrende Vergütungen. Diese garantieren ein kontinuierliches Einkommen.
Zusatzleistungen: Viele Vermittler bieten zusätzliche Dienstleistungen wie Beratung oder Schadensmanagement an, die separat vergütet werden können.
Einkommensbeispiele:
Einsteiger verdienen durchschnittlich zwischen 30.000 und 50.000 Euro brutto pro Jahr.
Erfahrene Versicherungsvermittler mit einem großen Kundenbestand können jährlich über 100.000 Euro verdienen.
Warum sich der Beruf lohnt
Flexibilität: Selbstständige Versicherungsvermittler genießen volle Flexibilität in ihrer Arbeitszeitgestaltung.
Attraktive Karriereperspektiven: Der Beruf bietet nicht nur hohe Verdienstmöglichkeiten, sondern auch Entwicklungsperspektiven – etwa die Gründung eines eigenen Maklerunternehmens.
Unabhängigkeit: Als Versicherungsvermittler arbeitest du unabhängig von Versicherungsgesellschaften und kannst deinen Kunden die besten Angebote am Markt vermitteln.
Der Beruf des Versicherungsvermittlers ist eine lohnende Karriereoption, sowohl für Quereinsteiger als auch für Personen mit Vorkenntnissen. Mit der richtigen Vorbereitung, etwa durch einen 34d Online-Kurs, und der Gewerbeerlaubnis nach § 34d GewO stehen zahlreiche Möglichkeiten offen – vom gebundenen Versicherungsvertreter bis zum unabhängigen Versicherungsvermittler.
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