Der Beruf des Finanzanlagenvermittlers hat in den letzten Jahren deutlich an Beliebtheit gewonnen. Neben der Möglichkeit, eigenständig und flexibel zu arbeiten, zieht vor allem das potenzielle Einkommen viele Menschen in diesen Beruf. Doch wie hoch ist der Verdienst eines selbstständigen Finanzanlagenvermittlers tatsächlich? Dieser Beitrag beleuchtet realistische Einkommenspotenziale und zeigt auf, von welchen Faktoren das Einkommen abhängt.
Grundlagen der Vergütung im Finanzanlagenvertrieb
Der Verdienst eines selbstständigen Finanzanlagenvermittlers setzt sich in der Regel aus Provisionen zusammen. Vermittelt der Finanzanlagenvermittler erfolgreich Finanzprodukte wie Investmentfonds, geschlossene Fonds oder Vermögensanlagen, erhält er dafür eine prozentuale Provision auf das vermittelte Anlagevolumen. Zusätzlich zur Abschlussprovision kann ein Finanzanlagenvermittler auch sogenannte Bestandsprovisionen (auch Folgeprovisionen genannt) erhalten, die regelmäßig gezahlt werden, solange der Kunde das vermittelte Produkt hält.
Höhe der Abschlussprovisionen
Die Abschlussprovisionen variieren je nach Art des vermittelten Finanzprodukts erheblich. Typischerweise bewegen sie sich zwischen 2 % und 6 % des Anlagebetrages. Beispielsweise liegt die Abschlussprovision für Investmentfonds in der Regel zwischen 3 % und 5 %. Vermittelt ein Finanzanlagenvermittler eine Anlage im Wert von 100.000 Euro, erhält er somit eine einmalige Provision zwischen 3.000 und 5.000 Euro.
Bei geschlossenen Fonds, die oft mit höheren Risiken verbunden sind, können die Provisionen sogar noch höher liegen – manchmal bis zu 8 % oder mehr. Allerdings erfordern diese Produkte häufig eine intensivere Beratung und sind deshalb anspruchsvoller im Vertrieb.
Bedeutung von Bestandsprovisionen
Neben der einmaligen Abschlussprovision sind die Bestandsprovisionen eine wichtige Einkommensquelle für Finanzanlagenvermittler. Diese Provisionen liegen meist zwischen 0,2 % und 1 % des verwalteten Vermögens pro Jahr. Vermittler profitieren somit langfristig von einer stabilen Kundenbasis, da ihnen ein kontinuierliches, passives Einkommen aus bestehenden Anlagen zufließt. Hat ein Vermittler beispielsweise Kunden mit einem Gesamtanlagevermögen von 10 Millionen Euro aufgebaut und erhält eine durchschnittliche Bestandsprovision von 0,5 %, bedeutet dies ein jährliches Einkommen von rund 50.000 Euro allein durch Bestandsprovisionen.